Zwangsstörungen
Aufdringliche Gedanken, wiederkehrende Zweifel oder der Drang, bestimmte Dinge immer wieder zu kontrollieren: Zwänge können viel Zeit und Energie in Anspruch nehmen und den Alltag erheblich einschränken. Oft wissen Betroffene, dass ihre Gedanken oder Handlungen übertrieben erscheinen, können sie aber trotzdem nur schwer unterbrechen.
Zwangsgedanken und Zwangshandlungen
Zwangsgedanken sind wiederkehrende, aufdringliche Gedanken, Bilder oder Impulse, die als belastend erlebt werden. Sie können beispielsweise Ängste vor Gefahren, Zweifel oder die Sorge betreffen, anderen Schaden zuzufügen.
Zwangshandlungen sind wiederholte Verhaltensweisen oder mentale Handlungen, die ausgeführt werden, um Anspannung zu reduzieren oder befürchtete Ereignisse zu verhindern. Dazu gehören beispielsweise wiederholtes Kontrollieren, Waschen, Zählen oder gedankliches Wiederholen.
Häufige Erscheinungsformen
Zwänge können sich auf unterschiedliche Weise zeigen, zum Beispiel durch:
- Kontrollzwänge: die wiederholte Überprüfung, ob Türen abgeschlossen, Geräte ausgeschaltet oder Fehler vermieden wurden
- Wasch- und Reinigungszwänge: die starke Angst vor Verunreinigung oder Keimen und das Bedürfnis, sich wiederholt zu reinigen
- Zwanghaftes Kontrollieren und Zweifeln: anhaltende Unsicherheit, etwas übersehen oder falsch gemacht zu haben
- Aufdringliche Gedanken: belastende Gedanken oder Vorstellungen, die sich aufdrängen und intensive Ängste oder Schuldgefühle auslösen können
- Mentale Zwänge: wiederholtes inneres Zählen, Prüfen oder gedankliches Wiederholen bestimmter Abläufe
Mein Therapieansatz
In der Verhaltenstherapie schauen wir gemeinsam, wie sich die Zwänge entwickelt haben und wodurch sie aufrechterhalten werden. Häufig entsteht ein Kreislauf: Ein aufdringlicher Gedanke löst Angst oder Anspannung aus, eine Zwangshandlung verschafft kurzfristig Erleichterung – und verstärkt dadurch langfristig den Zwang.
Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung kann die Exposition mit Reaktionsmanagement sein. Dabei lernen Sie schrittweise, angstauslösende Situationen und Gedanken auszuhalten, ohne wie gewohnt mit einer Zwangshandlung zu reagieren. So können Sie neue Erfahrungen machen und mehr Sicherheit im Umgang mit Unsicherheit gewinnen.
Die Behandlung orientiert sich an Ihrer persönlichen Situation und wird gemeinsam mit Ihnen geplant.
Sie erkennen sich wieder?
Sie müssen Ihre Beschwerden nicht selbst einordnen können. Im Erstgespräch können wir gemeinsam schauen, was Sie aktuell belastet und ob eine Psychotherapie bei mir für Sie passend ist.
